THEOLOGISCHE PRINZIPIEN UNSERES SEELSORGEDIENSTES

 

Zusammengestellt von Beat Schulthess

 


 

Inhaltsverzeichnis

 

 

- Bekehrung / Wiedergeburt

 

- Ist jeder, der sich Christ nennt, wiedergeboren?

 

- Können in einem wiedergeborenen Menschen  Dämonen wohnen?

 

- Wie geschieht eine Dämonisierung bei Christen?

 

- Handauflegung

 

- Innere Heilung

 

- Das Vorgehen einer Befreiung

 

- Können Christen durch ihre Vorfahren belastet sein?

 

- Wie erkennen wir Gottes Stimme?

 

- Geschehen heute noch Zeichen & Wunder?

 

- Das Ziel unserer Seelsorgearbeit

 

 


 

Bekehrung / Wiedergeburt

Wir sind überzeugt, dass durch die Wiedergeburt aus dem Geist Gottes (Johannes 3, 3 und 6) und aus dem Wort Gottes (1. Petrus 1,3 und 23) ein Herrschaftswechsel von den Mächten der Finsternis hin zu Gott stattgefunden hat.

 

Dadurch sind wir geliebte Kinder Gottes (Johannes 1,12; Epheser 5,1) und geleitet von seinem Geist (Römer 8,14).

 

Dank dem vollbrachten Werk Jesu am Kreuz von Golgatha sind wir gerecht gemacht worden (Römerbrief 5, 1 und 9).

 

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden (2. Korinther 5, 17).

 

Wir sind nicht mehr verdammt! (Römer 8, 11). Auch nicht betreffs unserer Vergangenheit! (Hebräer 8, 12 und 10, 17).

 

Wir sind gereinigt von aller Ungerechtigkeit! (1. Johannes 1,7)

 

Wir sind würdig gemacht, heilig und auserwählt! (1. Petrus 2,9)

 

Wir sind Erben Gottes und Miterben von Christus! (Römer 8,16)

 

Wir können im Sieg leben! (Römer 8,31:37:39)

 

 

 

Es ist wichtig, dass jeder Mitarbeiter in unserem Seelsorgeteam sich seiner Stellung in Christus voll bewusst ist.

 

Denn eines der grössten Hindernisse, warum viele Christen in ihrem geistlichen Leben und Dienst gelähmt oder lahm gelegt sind, ist ihre Unwissenheit bezüglich ihrer Stellung in Christus!

 

 

Ist jeder, der sich Christ nennt, wiedergeboren?

 

Wir sind überzeugt, dass dies nicht der Fall ist!

Es ist eine Tatsache, dass nicht alle, die in einer Gemeinde aktiv teilnehmen, wiedergeboren sind. Oft kommen Menschen in eine christliche Gemeinde wie in einen Club. Sie schätzen die liebevolle Atmosphäre und möchten auch aufgenommen werden. Sie erkundigen sich nach den Bedingungen für die Aufnahme in den Club. Wenn nun ein Übergabegebet oder etwas Ähnliches verlangt wird, tun sie dies, aber sie sind nicht wirklich von ihrer Sünde, von ihrer Verlorenheit und von der Notwendigkeit, errettet zu werden, überführt worden (dies kann auch in einer Evangelisation geschehen, man geht nach vorne weil es andere auch tun, man lässt sich von der Atmosphäre manipulieren, einen Schritt zu tun, für den man noch gar nicht bereit ist, usw.). Man lässt sich dann auch noch taufen und meint nun, alle Bedingungen erfüllt zu haben, ein vollwertiges Gemeindeglied zu sein. Eine solche Selbsttäuschung ist manchmal Ursache für viele geistliche und seelische Probleme, manchmal einschliesslich dämonischer Belastungen und Flüche. Das Hauptproblem bei solchen Menschen ist, dass sie den Machtwechsel von der Finsternis zum Licht noch nicht vollzogen haben. Sie sind noch nicht erlöst vom Fluch des Gesetzes. Der Heilige Geist lebt nicht in ihnen, und trotz christlichem Verhalten, sind sie nicht wirklich wiedergeborene Christen. Dieses kann auch auf Älteste und Pastoren zutreffen, darum sollte man sich nie durch ein Amt blenden lassen, sondern eine klare Analyse treffen.

 

Für unser Seelsorgeteam ist es sehr wichtig, dass wir bei der Seelsorge als erstes sehr gründlich abklären, ob der Hilfesuchende wirklich wiedergeboren ist. Die drei Hauptkennzeichen der Wiedergeburt sind:

 

1. Heilsgewissheit!

Das heisst: Ich bin gewiss, dass mir meine Sünden vergeben sind! Ich bin gewiss, dass ich ein Kind Gottes bin! Ich bin gewiss, dass ich das ewige Leben habe!

 

2. Göttliche Liebe!

Die Liebe Gottes ist ausgegossen in mein Leben! Jesus Christus ist demzufolge meine Leidenschaft!

 

3. Wir wissen uns von Gott geführt!

Wir sind überzeugt, dass uns der Heilige Geist führt und leitet!

 

 

Können in einem wiedergeborenen Menschen Dämonen wohnen?

 

Wir sind überzeugt, dass dies der Fall ist! Wir sind aber überzeugt, dass eine totale Besetzung (Besessenheit) nicht möglich ist. Wir sind überzeugt, dass Jesus ein ganzes, vollkommenes Werk getan hat! Wir müssen nicht meinen, dass wir diesem Erlösungswerk noch irgendetwas hinzufügen müssten. Aber viele Christen können aus verschiedenen Gründen dieses Erlösungswerk nie ganz erfassen.

 

 

Wie geschieht eine Dämonisierung bei Christen?

Wir müssen beachten, dass die meisten dämonisierten Christen bereits vor ihrer Bekehrung in diesem Zustand lebten. Wenn Menschen ihr Leben Jesus geben und Christen werden, findet ein Wunder statt. Jesus Christus selbst wird in ihnen lebendig. Diejenigen, die einst dem Herrscher der Welt (Johannes 14,30) gehörten, gehören nun Jesus und er ist derjenige, der in ihnen herrscht. Alles ist neu geworden (2. Korinther 5,17) im innersten Teil ihres Wesens - in ihrem Geist. Der zentrale und wichtigste Teil eines Menschen, der Teil, der starb, als Adam sündigte (1. Mose 2,17), ist nun lebendig und für Jesus das Zuhause geworden. Von dem Moment an, an dem Menschen sich entscheiden, ihr Leben Jesus zu geben, ist derjenige, der in ihnen wohnt, grösser als der vorherige Herrscher, als der, der in der Welt ist (1. Johannesbrief 4,4).

 

Aber wie wir alle wissen, haben „neue“ Christen noch eine ganze Menge Arbeit vor sich, um das Ziel zu erreichen, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben (Römerbrief 8,29). Sie haben immer noch mit ihrer alten Natur zu kämpfen.

Wie wir schon feststellten, ist die grosse Mehrheit von dämonisierten Christen schon vor der Bekehrung in diesen Zustand gefallen. Wenn sie zu Christus kommen, hat ein Wechsel der Herrschaft in ihrem Geist stattgefunden, aber sie haben nicht die komplette Freiheit erlangt.

 

Viel Elend und Not könnte vermieden werden, wenn bei der Bekehrung die Seelsorgehelfer sorgfältig abklären, ob dämonische Belastungen vorliegen oder nicht.

Wenn dies der Fall ist, müsste nebst einer klaren Übergabe an Jesus Christus auch ein Lossagegebet angefügt werden oder eine komplette Befreiung stattfinden. Dann könnten die allermeisten Dämonisierungen vermieden werden!!

 

Dem Volk Israel ist das Land bereits gegeben worden, aber es muss noch eingenommen werden und genau so ist es bei einem dämonisierten Christen! Der Sieg ist vollbracht, aber er muss auf allen Gebieten angenommen werden.

 

Die Lehrmeinung, das Christen nicht dämonisiert sein können, ist eine Lieblingslüge Satans. Wenn er Christen dazu überzeugen kann, dies zu glauben, können seine Dämonen unbehelligt unter diesen Christen und in ihren Gemeinden arbeiten.

 

Die Folge von solchen Wirkungen und Einflüssen können wir in sehr vielen Gemeinden feststellen. Ehebrüche oft von führenden Personen in Gemeinden und Organisationen. Schlechte Ehen: Eine der Hauptaufgaben von Satanisten besteht darin, zu beten, dass christliche Ehen zerstört werden. Eine weitere Folge solcher Einflüsse sind viele Familienprobleme und Kritiksucht in vielen Variationen.

 

Natürlich kann man nicht einfach den Teufel für dies alles verantwortlich machen. Aber es ist auch verantwortungslos, den Widersacher hinter all diesen Verwirrungen und Verirrungen überhaupt nicht zu sehen. Es braucht ein gesundes Mittelmass!!

 

Wir müssen beachten, dass die warnenden Worte von Jesus, Paulus und Johannes in Bezug auf Verführung durch böse Mächte vor allem für Christen geschrieben wurden. Auch dieser Bereich darf nicht unterschätzt werden. Christen dürfen nicht meinen, sie können sich nun beliebig in den weltlichen Lüsten ausleben, ihnen könne ja nichts mehr passieren. Dies ist ein grosser Irrtum! Betrachte das Leben und das Ende von Judas, welcher ein Jünger Jesus war und Jesus verraten hat. Oder betrachte die Bibelstelle aus dem 1. Timotheusbrief 4,1 wo es heisst: „Der Geist aber sagt deutlich, dass in den letzten Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden und verführerischen Geistern und teuflischen Lehren anhangen“.  Diese Texte aus der Bibel zeigen uns, dass auch gläubige Christen wieder in den Machtbereich der Finsternis zurückfallen können. Die vielen Warnungen in den Briefen des neuen Testamentes weisen uns nicht von ungefähr darauf hin, dass wir auf der Hut sein müssen. Ein Beispiel, welches diese Worte unterstreichen, finden wir im Epheserbrief 6,12.

 

Die heiss diskutierte Frage „kann ein Christ von Dämonen besetzt sein“, wird auch immer wieder an unser Seelsorgeteam herangetragen. Aus diesem Grunde ist es mir sehr wichtig, dieser Frage genügend Raum zu geben. Es ist ganz klar, dass Dämonen nicht einfach so wie sie wollen in Christen „Einzug“ halten können. Es sei denn, der Christ stellt ein Loch her oder es besteht bereits ein solches. Die Haupteinfallstore für Finsternismächte sind: Vererbung, sexuelle Sünden, jede Verstrickung mit dem Okkultismus. Zum Thema Vererbung nehme ich unter „Vorfahrenschuld“ noch Stellung.

 

Es ist ein grosser Irrtum, wenn Christen meinen, sie könnten auf diesen Gebieten einfach nach ihren Wünschen leben und es würde ihnen nichts passieren.

 

Wir müssen uns auch die Frage stellen, kann der Tempel Gottes, also wir, verschmutzt werden? Was versteht die Bibel unter Verschmutzung?

Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir uns mit dem Alten Testament befassen.

 

Der Tempel Gottes, welcher von König Salomo gebaut wurde, ist ein Bild für uns Christen des neuen Bundes. Wir sind der Tempel Gottes und die Gegenwart des Heiligen Geistes ist in der gleichen Weise in uns, wie die Gegenwart Gottes im Tempel von Salomo war. Wir wollen jetzt betrachten in welcher Weise der Tempel Salomos verschmutzt war.

Der Tempel selbst war nach Norden ausgerichtet (Hesekiel 8,14). Er wurde von einer Mauer umgeben und innerhalb dieser Mauer befanden sich zwei Tore, eines im Osten und eines im Norden. Das Meer und der Altar für das Sündenopfer befanden sich vor dem Tempel. Der Tempel selber war in zwei Teilen aufgeteilt. Den Teil vorne nannte man den „inneren Vorhof“, der Teil hinten wurde als „Heiligtum“ bezeichnet. Im „Allerheiligsten“ war die Anwesenheit Gottes über dem Gnadenthron. Nur einmal im Jahr konnte der Hohepriester diesen Teil des Tempels betreten. Nach dem Tod Salomos übernahm sein Sohn Rehabeam die Herrschaft. Aber Rehabeam tat nicht was Gott gefiel und unterdrückte das Volk. Durch die Rebellion des Volkes zerteilte sich das israelische Volk in zwei Teile. In dem einen Teil, der sich Juda nannte, war auch die Stadt Jerusalem. Der andere Teil wurde Israel genannt.

 

Der gottlose König Manasse errichtete Altäre für seine dämonischen Götter im innern des Tempels (2. Chronik 33,5). Der Herr unser Gott erduldete von dieser Zeit an beinahe 100 Jahre lang die Verschmutzung seines Hauses, danach zog sich Gott zurück und entriss dem Tempel seine Gegenwart.

 

Die Hälfte von Juda führte die Hälfte von Israel in die Gefangenschaft ab. Zur gleichen Zeit wie Jeremia, der sich in Jerusalem befand, prophezeite Hesekiel von der Gefangenschaft der Babylonier. Im Buch Hesekiel, in den Kapiteln 8-10, „transportierte“ der Herr unser Gott Hesekiel im Geist von Babylon nach Jerusalem, um ihm seinen Tempel, der verschmutzt war, zu zeigen (zur genaueren Unterweisung bitte Hesekiel 8, 3-5 lesen!).

Es ist uns nicht bekannt, wie dieser Götze im angegebenen Text aussah. Aber es ist uns bekannt, dass Dämonen mit allen Götzen verbunden sind. Paulus schrieb sehr zutreffende Worte darüber (Korinther 10,19-20). Da lesen wir: „Was sage ich nun? Dass das einem Götzen Geopferte etwas sei? Oder dass ein Götzenbild etwas sei? Nein, sondern dass das, was sie opfern, sie den Dämonen opfern und nicht Gott.“

 

Dieser Vers zeigt eindeutig auf, dass bei den Götzen am Altar Dämonen anwesend waren. Im Vers 10 Kapitel 8 zeigt der Herr unser Gott Hesekiel die Mauer um den Tempel herum: „ Und ich ging hinein und sah, und siehe, da waren allerlei Abbilder von Kriechtieren und Vieh: Abscheuliches und allerlei Götzen des Hauses Israel ringsherum auf der Wand eingegraben“ (in den verschiedenen Formen der Hexerei ist es eine normale Sache, dass Dämonen auf solche Zeichnungen platziert werden). Wenn wir den Vers aus Hesekiel 8,14 betrachten, wird uns folgendes vermittelt: „ Und er brachte mich an den Eingang des Tores am Hause des Herrn, das nach Norden weist. Und siehe, dort sassen Frauen, die den Tammus beweinten.“ Tammus war ein dämonischer Gott, der angeblich der wiedergeborene Nimrod sein sollte. Auf Nimrod wird kurz im 1. Buch Mose 10, 9-10 hingewiesen.

 

Da wir schon gesehen haben, dass Dämonen mit allen Götzen verbunden sind, ist es klar, dass sich auch Dämonen innerhalb des Nordtores aufhielten. Gott sagte zu Hesekiel, dass er ihm die schlimmsten Dinge zeigen werde. In Hesekiel 8,16 lesen wir: „Und er brachte mich in den inneren Vorhof des Hauses des Herrn; und siehe, am Eingang des Tempels des Herrn, zwischen der Vorhalle und dem Altar, standen etwa 25 Männer, ihre Rücken gegen den Tempel des Herrn und ihre Gesichter nach Osten hin anbetend vor der Sonne nieder.“ Das Ritual, die Sonne gegen Osten anzubeten, ist eine Form der ägyptischen Dämonenanbetung. Es geht dabei um die Anbetung des ägyptischen Gottes Osiris, was der ägyptische Name für Nimrod ist. Wir erkennen, dass durch dieses Ritual die Absicht bestand, die Anwesenheit von Dämonen zu bewirken. Wir sehen also deutlich, dass sich auch Dämonen im inneren Vorhof des Tempels befanden. Wir sehen aber auch in unserer Betrachtung, dass während der Herrschaft von Manasse Dämonen im Tempel anwesend waren, aber die Gegenwart des Herrn noch nicht gewichen war. Gott war also gegenwärtig und dennoch konnten sich Dämonen im Tempel aufhalten! Ich denke, dieses Bild zeigt deutlich, was auch bei uns geschehen kann! Nach den schon erwähnten 100 Jahren der Verschmutzung des Tempels entfernte sich Gott vom Tempel und danach wurde dieser zerstört.

 

Wir wollen uns jetzt in das Neue Testament „bewegen“. Im 1. Korintherbrief 3,16-17 lesen wir:“ Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben, denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.“

Wie wir klar erkennen, richtet sich dieser Text ganz klar an Christen. Wenn es also nicht möglich wäre, den Tempel zu verschmutzen, dann würde die Aussage wohl nicht in der Bibel stehen. Diese Verse zeigen uns auf, dass wir nicht zulassen sollten, dass unser Tempel verschmutzt wird! Nach dem Text aus dem 2. Timotheusbrief 2,19-21 müssen wir unser Gefäss säubern. Nach dem schon erwähnten Text aus dem 1. Korintherbrief 3,16-17 müssen wir auch den Tempel Gottes reinigen, nämlich uns persönlich. Im Alten Testament wird uns deutlich gezeigt, dass Gott und somit auch der Heilige Geist und Dämonen zur selben Zeit im Tempel wohnhaft waren. Der Tempel im Alten Testament ist ein klarer Hinweis auf den Tempel im Neuen Testament, also auf uns. Auch in uns ist es möglich, dass durch Verschmutzung Dämonen Einlass bekommen können, wenn wir dies durch Sünden zulassen. Damit will ich nicht sagen, dass wir sündlos sein müssen. Das können wir nicht. Aber wir dürfen nicht die Sünde in unserem Leben pflegen und uns von ihr beherrschen lassen. Wir dürfen auch nicht unseren Tempel verunreinigen durch allerlei Sünden und Machenschaften. Auch dann nicht, wenn wir Christen sind!

 

Im Prediger 10,8 steht: „Wer eine Grube gräbt, fällt hinein, und wer eine Mauer einreisst, den wird eine Schlange beissen“. Christen haben normalerweise eine Mauer um sich, die sie beschützt, damit Dämonen nicht ohne weiteres in sie hineinkommen können. Deshalb muss zuerst eine Öffnung in diese Schutzmauer gerissen werden, bevor Dämonen in eine Person eindringen können. Ich glaube, dass das mit dem Ausdruck „eine Mauer einreissen“ in der obigen Schriftstelle gemeint ist.

In der Bibel werden Dämonen als Schlangen und Skorpione bezeichnet. Jesus selbst sagt: „Siehe ich gebe euch Macht, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über die ganze Kraft des Feindes…. (Lukas 10,19).

Solche Öffnungen können, wie oben schon erwähnt, heissen: Vererbung, sexuelle Sünden, okkulte Machenschaften.

 

Handauflegung

Ein ganz wichtiger Bereich ist auch das Thema „Händeauflegen.“ Im 1. Timotheusbrief 5,21 steht: „Die Hände lege niemand schnell auf, und habe nicht teil an fremden Sünden. Bewahre dich selbst rein.“  Das Händeauflegen ist eine sehr gebräuchliche Methode bei okkulten Ritualen, um bewusst Dämonen zu übertragen. Es gibt immer wieder Beispiele, dass Christen durch die Praxis des Händeauflegens von finsteren Mächten heimgesucht werden.  Dies geschieht nicht in okkulten Ritualen, sondern oft in christlichen Veranstaltungen. Christen übertragen das, was in ihnen lebt!! Christen werden mit dem konfrontiert, was vom „Händeaufleger“ in sie und auf sie gelegt wird!

Wir praktizieren in unserer Seelsorgearbeit das Händeauflegen und die Salbung mit Öl nach Jakobus 5,13-17. Wir wenden diese Praktiken aber nur nach genauer Prüfung des Lebens des Hilfesuchenden und des Lebens von uns selber an.

 

Für uns als Seelsorgeteam ist es wichtig, dass wir uns nicht in theologische Auseinandersetzungen und Streitigkeiten einlassen betreffs der Vorfahrenschuld und dem Thema: „Können Christen von Dämonen besetzt sein“, sondern, dass wir uns durch die Bibel zu diesem Thema eine klare Meinung bilden können. Meistens ist es ja so, dass Christen, Pastoren, darunter auch Gemeindeleiter, welche unsere Lehrmeinung nicht vertreten - und solche gibt es immer mehr - noch nie wirklichen Einblick in die Befreiungsseelsorge erhalten wollten. Durch diese ablehnende Haltung der Leiter bekommen wir aber immer mehr Arbeit, weil viele Christen nicht mehr glauben können, dass sie frei sind, auch wenn dies Sonntag für Sonntag gepredigt wird. Denn viele, viele Christen sind arme, gebundene Menschen. Durch eine sehr grosse Zahl von Menschen, welche Befreiung erhielten, erkennen wir auch, dass wir auf dem rechten Wege sind: Denn: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen! Es ist aber auch sehr wichtig, dass wir die andere Lehrmeinung stehen lassen können!

 

Für uns als Seelsorgeteam ist es von grosser Bedeutung, dass wir nicht in ein Extrem fallen. Nicht alle sündigen Regungen müssen von Dämonen her rühren. Um eine Dämonisierung feststellen zu können, braucht es oft eine mehrstündige, sorgfältige Abklärung! Daher werden in unserem Seelsorgeteam nur Personen für den Dienst der Befreiung eingesetzt, die eine klare Berufung von Gott dazu erhalten haben, und sich als Seelsorgehelfer über Jahre bewährt haben. Ebenfalls ist die Bedingung, dass gewisse Schulungen und Kurse zu diesem Themenkreis besucht wurden. Ohne Erfahrungen auf diesem Gebiet, welche als Helfer gesammelt wurden, ist es unverantwortlich, in diesem Bereichen tätig zu sein. Gerade wenn es um die Unterscheidung geht, was dämonisch ist und was Symptome von seelischen Verletzungen sind, braucht es unbedingt Erfahrung! Denn viele dämonische Anzeichen rühren von seelischen Verletzungen her und können durch den Weg der inneren Heilung geheilt werden.

 

Innere Heilung

Gerhard Wyss zeigt in folgender Zusammenstellung Hauptpunkte unseres Dienstes in der inneren Heilung auf:

 

Die Innere Heilung eines Menschen hat sehr stark zu tun …

 

… mit einer Veränderung der Glaubenshaltung (Hebräerbrief Kap. 11, 1-3)

 

                   - Ich verlasse bewusst die passive Rolle.

 

                   - Ich verlasse bewusst die negative Schiene.

 

                   - Ich verweigere mich diesen Gewohnheiten.

 

 

…mit einer Veränderung des Selbstwertes (1. Korintherbrief Kap. 6,19-20)

 

                   - Ich wende mich bewusst von aller Selbstverachtung ab.

                  

                   - Ich sage „Nein“ zu loser Rede, die mich selbst oder andere
                     herabwürdigt.

 

    - Ich durchschaue und widerstehe im Glauben Denkmustern, die 
      meine von Gott gegebene Rolle im Leben oder meine Rechte in 
                der Gotteskindschaft beschneiden oder schmälern.

 

 

…mit Vergebung und Heilung. (Matthäus 5,23-24; Epheserbrief 6,10-16)

 

                    Ich durchbreche im Glauben die Mauer des Hasses,

                                des Stolzes und der Rechthaberei
         

                   - Ich nehme den Sieg Jesu in Anspruch.

                  

                   - Ich schütze mich unter dem Blut Jesu.

                  

                   - Ich verbiete es dem Feind - und auch mir selbst - mit aller
                     Entschiedenheit, gewonnenen Boden wieder herzugeben.

                  

                   - Ich verschliesse im Namen Jesu alle Türen der Passivität!!

 

Aus diesem Grunde haben sich auch einige von uns auf diesem Gebiet der inneren Heilung ausgebildet. Wer in der innern Heilung als Seelsorgehelfer eingesetzt werden möchte, muss das Buch von William Lerrick „Unsere Vollmacht in Christus“ gelesen haben und sollte auch Seminare zu diesem Thema besucht haben, oder bereit sein, solche zu besuchen. Eine andere Möglichkeit ist auch, wenn sich eine Person an einem andern Ort seelsorgerlich ausgebildet hat, bevor sie in unserem Dienst mitarbeitet. Um selbstständig zusammen mit einem Helfer, einer Helferin auf diesem Gebiet im Seelsorgeteam eingesetzt werden zu können, muss ebenfalls eine mehrmonatige Phase als Helfer / Helferin absolviert worden sein, bei uns oder an einem anderen Ort. Für unser Seelsorgeteam ist es auch entscheidend, dass wir bereit sind, mit gläubigen Ärzten, Therapeuten und Psychiatern zusammen zu arbeiten.

 


 

Das Vorgehen einer Befreiung

Es ist für unsere Arbeit von grösster Wichtigkeit, dass folgende Prinzipien beachtet und befolgt werden. Die Prinzipien dienen als Richtlinien für jeden Dienst im Bereich der Befreiungsseelsorge.

 

a) Abklären betreffs den Glaubensgrundlagen: Bekehrung, Wiedergeburt.

Wenn notwendig muss der Hilfesuchende zuerst eine Wiedergeburt erleben, bevor man den Dienst in Angriff nehmen kann. Sehr wichtig ist auch der Bereich des Sündenbekenntnisses und der Bereich des Vergebens!

 

b) Abklären, ob eine aktive oder passive Betätigung in okkulten Bereichen vorliegt (6 Punkte Konzept anwenden ***).

 

c) Abklären, ob die Vorfahren im okkulten Bereich tätig waren.

 

d) Abklären, ob ein Bann oder ein Fluch auf einer Familiendynastie liegen könnte.

 

e) Abklären, ob die Wohnung / das Haus noch freigesprochen werden müsste.**

 

f) Abklären, ob und wann der Dienst der inneren Heilung noch angewendet

werden müsste.

 

g) Wenn ersichtlich geworden ist, dass eine okkulte Verstrickung vorliegt, wird ein Generallossagegebet dem Hilfesuchenden vorgesprochen.

 

h) Nach ca. 2 Wochen prüfen, ob es der Hilfe suchenden Person besser geht.

 

i) Wenn notwendig, einzelne Dinge noch lösen.

 

k) Nach ca.2 Wochen wieder prüfen, ob es dem Hilfesuchenden besser geht.

 

l) Wenn notwendig, abklären, ob eine Umsessenheit oder eine Dämonisierung vorliegt.

 

m) Wenn notwendig, einen neuen Termin abmachen. Danach folgt ein

verschieden langer Weg der Freisetzung von Finsternismächten. In solchen Befreiungskämpfen wird vor allem auf das anhaltende, ausharrende Gebet

gesetzt. Wenn möglich wird vermieden, mit Dämonen zu sprechen.

Während eines solchen Dienstes ist es äusserst wichtig, die Würde einer Person aufrecht zu erhalten und sie nie blosszustellen. Dies sollte bei Manifestationen unbedingt beachtet werden.

 

n) Nach erfolgreicher Befreiung wird abgeklärt, ob eine weitere Begleitung (Gebetsbegleitung, Gesprächsbegleitung, innere Heilung) notwendig ist.

 

*** Erklärung des 6 Punkte Konzeptes

Zu diesem Konzept gehört es, dass über folgende sechs Punkte gesprochen wird:

1. Zorn/Jähzorn

2. Angst/Depressionen/Schwermut

3. Geiz

4. Süchte

5. Heilsgewissheit

6. sexueller Bereich

 

Bei okkult belasteten Menschen ist oft ein Punkt ganz stark vertreten oder sehr oft auch mehrere. Auch hier darf man aber nicht in das Extrem verfallen und jede Depression usw. immer als Folge okkulter Belastungen sehen. Hier braucht es eine sorgfältige Abklärung!

 

Dieses Konzept dient auch dazu, mit dem Hilfesuchenden möglichst schnell in ein tiefes Gespräch zu kommen. Besonders bei Depressionen ist die „Gedankenkontrolle“ ein äusserst wichtiger Faktor. Bevor man Abklärungen in Bezug auf okkulte Belastung trifft, sollte immer darauf hingewiesen werden, dass jeder Gedanke unter den Gehorsam Christi gestellt werden sollte. Viele Hilfesuchende leiden im Bereich der Gedankenkontrolle unter Passivität und müssen dort unterwiesen werden. Generell arbeiten wir nach dem Grundprinzip, dass jeder Gedanke, der einen Menschen hinunterzieht, auch von unten kommt, und im Namen Jesus Christus zurückgewiesen werden sollte. Die Bibel ermutigt uns, dass wir an das Gute, an das Reine, an das Aufbauende und Vollkommene denken sollten. Diese Denkensweise muss oft durch starke Kämpfe wieder eingenommen werden!

 

** Vorgehen bei Häuserbefreiungen

Zuerst abklären, wie der Wohnungs- oder Hausinhaber im Glauben an Jesus Christus steht, ob er selber noch Heilung und Befreiung braucht. Im Gespräch sollte auch abgeklärt werden, ob sich im Haus okkulte Gegenstände befinden oder okkulte Zeichen angebracht wurden. All dies muss entfernt werden.  Danach beten wir meistens in jedem Raum und stellen die Räume im Namen Jesus Christus in sein Licht und lösen sie aus jedem Machtbereich der Finsternis. Wir lösen das ganze Grundstück aus jedem Machtbereich der Finsternis und stellen es im Namen Jesus Christus in sein Licht. Wir rechnen damit, dass der Heilige Geist uns aufdeckt, wenn wir gewissen Mächten noch speziell gebieten müssen.

Am Schluss übergeben wir Jesus Christus das ganze Haus samt dem Grundstück und rechnen mit seiner Herrschaftsübernahme.

Können Christen durch ihre Vorfahren belastet sein?

Christus hat alle Flüche durch seinen Tod am Kreuz gebrochen! (Galater 3,13-14).

Auch hier müssen wir nicht noch irgendetwas hinzufügen! Wir müssen aber eines tun: Diese Tatsache im Glauben in Anspruch nehmen. Dies tun wir ja auch in Bezug auf unsere Vergebung. Die Tatsache, dass Jesus alle Flüche am Kreuz besiegt hat, berechtigt uns dazu, dies im Glauben anzunehmen. Bei Christen, die von Vorfahrenschuld wissen - oder dies im Verlauf der Seelsorge aufgedeckt wird -, ist es wichtig, dass sie als persönliches Bekenntnis ein Lossagegebet nachsprechen.

Dieses Bekenntnis führt oft dazu, dass ein neuer, nicht gekannter Friede in einem Menschen Raum gewinnt! Die Tatsache, dass Jesus ein ganzes Erlösungswerk vollbracht hat, wird durch ein solches Bekenntnis nun auch auf dem Gebiet der Vorfahrenschuld in Anspruch genommen.

Nur wer sich in diesem Bereich der Lossage durch viel seelsorgerliches „Mithelfen“ weitergebildet hat, ist berechtigt, in unserem Team diesen Dienst auszuführen!

 

Das ganze Thema der Vorfahrenschuld hat auch sehr viel mit dem Thema Vererbung zu tun. Wir sind auf Grund des Erlösungswerkes Jesu nicht mehr unter dem alten Gesetz, aber wir finden im Alten Testament viele Hinweise dafür, dass die Sünden der Väter an die Söhne weitergegeben werden (2. Mose 34,6-7; 5. Mose 5,9; 2. Mose 20,5; 4. Mose 14,8). Ebenfalls müssen wir sehen, dass jedes Mal, wenn eine grosse Erweckung in Israel ausbrach, das Volk zusammenkam, um die eigenen Sünden zu bekennen, aber auch die Sünden der Vorfahren. Als Beispiel können wir dies im Buch Nehemia 9, 1-2 lesen. Weitere Stellen finden wir noch in 2. Chronik 29,1-11 und Hesekiel 34, 19-21 usw.

 

Die Sünden der Vorfahren haben mit Sicherheit einen starken Einfluss auf unser Leben, darum muss das Einfallstor der Vererbung durch Gebet, durch Bekennen (wenn die Schulden der Vorfahren bekannt sind) und durch die reinigende Kraft des Blutes Jesu geschlossen werden. Wir dürfen auch nicht ausser Acht lassen, dass die meisten Eide, die von Vorfahren geleistet wurden, für die Nachkommen bindend sind. Das betrifft die meisten okkulten, heidnischen, Mormonen- und Freimaurer-Eide. Betreffs der Freisetzung von Freimaurern und Personen aus solchen Verwandtschaftslinien, gebe ich im persönlichen Gespräch gerne Auskunft.

 

 

 

 

 

Wie erkennen wir Gottes Stimme?

Diese Frage ist sehr wichtig, vor allem in Bezug auf Befreiungsseelsorge. Manchmal herrscht die Ansicht, wir täten diesen Dienst in einem stetigen Suchen nach Bildern und Offenbarungen. Gott spricht sehr vielfältig zu uns Menschen, auch in der Seelsorgearbeit.

Das Grundproblem besteht nicht darin, dass Gott nicht redet, sondern darin, dass die Menschen nicht darauf achten. “Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite, nur beachtet man’s nicht“ (Hiob 33,14). Wenn wir Gottes Reden hören wollen, müssen wir es erwarten und ihm die Aufmerksamkeit schenken.

 

Gott spricht zu uns:

- durch Eindrücke und Eingebungen ( Apg. 16, 13 und 18)

 

- durch „blinde Führung“ (Psalm 32, 8)

 

- durch Träume und Visionen (Apg. 2, 17)

  Vorsicht bei Träumen und Visionen! (Prediger 5, 2 und 6)

 

- durch Schmerzen und Krankheit (Hiob 33, 19ff)

 

- durch inneren Frieden (Epheser2, 14)

 

- durch das Gewissen (1. Tim. 1, 19)

 

- durch geistliche Offenbarungen (Epheser 3, 17 und Johannes 16, 13-15)

 

 

Geschehen heute noch Zeichen und Wunder?

Wir sind der Überzeugung, ja, Gott sei Dank!! Lesen wir die Evangelien so, als wenn sie wahr wären. Dann braucht es zu diesem Thema keine weiteren Erklärungen mehr. Trotzdem dürfen wir nicht der Wundersucht verfallen. Denn auch Dämonen können Wunder tun. Das heisst, wir müssen immer wieder Wunder, die bei unserer Seelsorgearbeit - aber auch Wunder, die in anderen christlichen Kreisen geschehen - sorgfältig anhand der Bibel prüfen.

 

Das Ziel unserer Seelsorgearbeit

Menschen im Namen Jesus Christus von Nazareth nach Seele, Leib und Geist retten, befreien und heilen. Diesen Dienst bieten wir allen Menschen an, egal welcher Denomination oder welcher Religion sie angehören.

I

Seminar 2012
Seminar 2012

_____________________